Elektrodynamik in der Mechatronik und interdisziplinäre Anwendungen ...
Prof. Stanek: Extended Maxwell Field Theory - Maxwellsche Gleichungen (Diskussion)
 

Maxwellsche Gleichungen (Diskussion)
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7. Fehler bei der Interpretation
"klassische" elektromagnetische Felder
.
7. Fehler : Rückschlüsse aus "Äpfel = Birnen" - UNGLEICHUNGEN
mit Behauptung, dass dyadisch transformierte
Maxwell Gleichungen für bewegte Körper
maxwell gleichungen mit klassischen feldgrößen
- singulär als "Hertz"-Gleichungen fehlinterpretiert -
nicht richtig sein können.

MERKE:

d X / dt X / t, wenn v 0


Zum Vergleich: Maxwell Gleichungen in Ruhe
Original Maxwell Gleichungen
.
u.a. mit einem speziellen PROBLEM-Beispiel
für nicht allgemein gültige LORENTZ-Transformation E' = E + v x B vom großen
Physiker Arnold Sommerfeld

aufgezeigt und beschrieben
.

7. Fehler-GRUND: Einige Web-Publikationen, die zwar die Gültigkeit der Maxwell Gleichungen "in Ruhe" erkannt haben, jedoch bei der Interpretation erweiterter Maxwell Gleichungen für die "Elektrodynamik bewegter Körper" bei einer "Beweisführung" mit sog. "Äpfel = Birnen" - Ungleichungen mathematisch nicht korrekt interpretieren.

Folgende einfache Überlegung soll diesen Denkfehler anhand des Induktionsgesetzes veranschaulichen:
Das Induktionsgesetz (2. Maxwell Gleichung)  rot E = - B / t  (2) ist im Fall ruhender Körper unbestritten richtig und ist seit etwa einem Jahrhundert in allen Variationen messtechnisch verifiziert. Wird bei einer beliebigen Gleichung, hier z.B. das Induktionsgesetz (2) nun - wie in einigen Web-Publikationen bzw. Literaturstellen praktiziert - nur einseitig auf der rechten Gleichungsseite ein beliebiger Term T1 0 [ z.B. rot ( B x v) ] addiert oder subtrahiert, dann wird jede beliebige Gleichung, hier z.B. das Induktionsgesetz - mathematisch sicher FALSCH bzw. zu einer UNGLEICHUNG verfälscht !
Führen wir aber folgende Trivial-Operation - links und rechts werden dieselben Terme addiert - durch:

rot E - rot ( B x v) = - B / t - rot ( B x v) (2a),

so bleibt die Gl.(2) weiterhin richtig (Invarianz). Mathematisch einfach folgt aus Gl.(2a) zusammengefaßt:

rot ( E + v x B )      = - B / t + rot ( v x B ) (2b),

wobei in diesem speziellen SONDERFALL  E' = E + v x B  die sog. Lorentz-Transformations-Gleichung bzw. der spezielle Term v x B das durch nicht-relativistische Bewegung materieller starrer und nicht zusätzlich rotierender Körper bei gleichförmiger Geschwindigkeit v im Magnetfeld B verursachte Zusatz-Feld ist
sog. (elektrische) Lorentz-Feldstärke. Aus dem Durchflutungsgesetz (1. Maxwell Gleichung) folgt in identischer Vorgehensweise die zu E' analoge Transformations-Gleichung H' = H - v x D sowie das unter den gleichen Einschränkungen im elektrischen Feld mit der elektrischen Flussdichte
D verursachte Zusatz-Feld v x D
sog. (magnetische) Röntgen-Feldstärke [bzw. wegen rot (v x D) der Röntgen-Strom].

Dass das Induktionsgesetz Gl.(2b) mit Hilfe der Gl.(5b) und nur des rot (B x v)-Terms in Gl.(6) auch in folgender Form

rot E' =  - 
B / t - (v ) B [ = hier nur 1. Term aus Gl.(6)] = - d B / dt    (2c)

geschrieben werden kann, ist sicher jedem Leser auch ohne vertiefte Kenntnisse der Vektoranalysis nachvollziehbar.

Einige Autoren jedoch, die zwar die "Maxwell Gleichungen in Ruhe" als richtig erkannt haben, begründen alle ihre weiteren (in ihren Augen "universellen") Schlussfolgerungen auf der nur eingeschränkt gültigen Lorentz-Transformations-Gleichung in der Form E' = E + v x B, die gültig ist für translatorische, nicht-relativistische Bewegungen ohne zusätzliche Eigenrotationen und für nicht deformierbare Körper. Diese Form der Lorentz-Transformationsgleichung ist nur ein (wichtiger) SPEZIALFALL einer übergeordneten Transformations-Gleichung (die alle "verzerrten" Bewegungsformen mit Translation, Rotation und Deformation beinhaltet) auf der Basis einer dyadisch-tensoriellen Transformation (mit X = B, D etc):

 
(v ) X = d X / dt - X / t  (5)    bzw.   X / t = d X / dt - (v ) X  (5a)   bzw.   d X / dt = X / t + (v ) X  (5b)

zwischen 2 relativ zueinander bewegten Systemen, d.h. Bezugssystem 1 (mit  d / d t) und Bezugssystem 2 (mit   / t ).
Speziell aus Gl.(5a) wird klar, dass man bei der Erweiterung der Maxwell Gleichungen "in Ruhe" für die "Elektrodynamik (nicht-relativistisch) bewegter Körper" nicht einfach
   ∂ / t    durch   d / d t    ersetzen darf, ohne nicht auch den dyadischen Term (v ) X geeignet zu berücksichtigen. Wird dennoch der FEHLER gemacht,    ∂ / t   durch   d / d t   auszutauschen und dann das  d / d t  einfach durch die rechte Seite von Gl.(5b) zu ersetzen,  entstehen "Äpfel=Birnen"-UNGLEICHUNGEN und Fehl-Interpretationen sind Tür und Tor geöffnet.

Mit Hilfe des vektoranalytischen Nabla-Kalküls unter Zuhilfenahme des algebraischen Entwicklungssatzes lässt sich z.B. der dyadische Term  
(v ) X  in Gl.(5) leicht in 4 Terme aufspalten, die jede beliebige "Verzerrung" berücksichtigen (z.B. X = B):

(v ) B   x (B x v) + v (B) - B(v) + (B ) v (6)  Alternativ-Zerlegung bei Vektoren/Fläche
(A v) =  (v ) A + (A ) v + v x x A + A x x v (7)  Alternativ-Zerlegung bei Vektoren/Länge

Die Gl.(6) z.B. gilt analog auch für Feldgrößen wie D, v etc, und beinhaltet wie Gl.(7) - mit z.B. dem magnetischen Vektorpotential A - räumlich variable Bewegungen sowie als Spezialfall Eigen-Rotationen der Winkelgeschwindigkeit ω ( x v = 2 ω). Der Ausdruck v x x A in Gl.(7) entspricht wegen B = rot A x A der bekannten elektrischen Lorentz-Feldstärke E = v x B . Man beachte jedoch, dass diese Lorentz-Feldstärke nur 1 von 4 Termen ist.
Manchmal verwechseln Autoren die unterschiedlichen Wirkungen von sich auf KREIS-Bahnen mit der Bahn-Geschwindigkeit bewegenden Körpern - als Spezialfall einer translatorischen Bahn-Bewegung - mit deren (zusätzlich auch) möglichen Eigen-ROTATIONEN. Eine mnemotechnische Analogie zur Erläuterung dieses manchmal vergessenen Faktums aus der Astronomie: Die Erde (z.B. Elektron) läuft ("rotiert") um die Sonne (z.B. Atom) mit einer spezifischen Bahn-Geschwindigkeit, sie dreht sich jedoch zusätzlich auf dieser Bahn auch noch um ihre eigene Achse mit einer spezifischen Rotations-Geschwindigkeit (z.B. Spin des Elektrons). Die allgemeinste Form des Induktionsgesetzes mit nicht-relativistisch, aber beliebig "verzerrt" bewegten Körpern (translatorisch, rotatorisch und deformiert) lautet mit Gl.(2c, 5 & 6):

rot E - (v ) B = - B / t - (v ) B (2d)    bzw. in tranformierter Kompakt-Form  rot E' = - d B / d t  (2e)

wobei die zu (2d) allgemein gültige Transformations-Gleichung E' aus der linken Gleichungsseite zu bilden ist und die entsprechenden Zusatz-Felder explizit mit Gl.(6) aus der rechten Gleichungsseite von (2d) ersichtlich sind. Durch identische Ableitung bzw. Überlegung wie zu (2d, 2e) folgt auch für das Durchflutungsgesetz (1. Maxwell Gleichung):

rot H + (v ) D = J + D / t + (v ) (1d)  bzw.  transformierte Kompakt-Form  rot H' = J + d D / d t  (1e)

Das in der ELEKTRODYNAMIK wichtige und bekannte Zusatz-Feld der sog. Lorentz-Feldstärke Ezus =  v x B ist - nochmals explizit betont - nur 1 von 4 möglichen Termen bei einer beliebig verzerrten Transformation - wie aus rechter Seite von Gl.(6), erster Term mit rot ( B x v) = - rot ( v x B ) ersichtlich. Die gleiche Aussage gilt auch für das bekannte Röntgen-Zusatz-Feld Hzus = - v x D . Da die in diesem Zusammenhang vom Autor dieser Webseite "fokussierte" Autoren-Kategorie ebenfalls von TEIL-Ergebnissen (hier Teil-Transformationen) auf allgemein gültige Aussagen (hier allgemeine Transformationen) schließt (oder sogar generell in Frage stellen will), sind diesbezügliche Interpretations-Fehler artverwandt mit der im 1. Fehler-Grund skizzierten "Catt&Co-Autoren-Variante 1".

Die Mächtigkeit dieser dyadisch-tensoriellen Transformation wird ohne vertiefte Kenntnisse in der Vektoranalysis sofort auch im Bereich der MECHANIK ersichtlich. Wendet man diese Transformation auf den Impuls (m v ) an ( mit Masse m = konst), also m (v ) v , so folgen mit Gl.(7) unmittelbar die zentralen bekannten mechanischen Bewegungsterme (mechanische Zusatzkräfte) eines nicht-relativistisch und gleichförmig bewegten starren Körpers, vor allem auch die sog. "Scheinkräfte" Coriolis-Kraft und Zentrifugalkraft als Summanden einer gesamten Beschleunigungskraft FBeschl:

FBeschl = m dv / dt = m v /t + 2 m (ω x v) + m ω x (ω x r)  (8)

wobei der letzte Term in Gl.(8) - wenn der Vektor der Winkelgeschwindigkeit ω senkrecht auf Radius r - dem bekannten Spezialfall der Zentrifugalkraft  "m w² r" entspricht.

Bei variablen Massen dm/dt (z.B. Raketen etc) folgen aus dem
allgemeinen Impuls-Satz     d(Impuls)/dt = - grad(Energie) (9)
weitere, zeitabhängige Zusatz-Kräfte m = f ( t ):

d (m v) / dt = m dv / dt + v dm / dt     (9a).

Bei rein rotatorischen technischen Prozessen (Coil-Abwicklung in der Automobil-Industrie, Milch- oder Zucker-Zentrifugen, Video- oder Musik-Casetten etc) mit der Winkelgeschwindigkeit ω folgt alternativ zu (9a) aufgrund des dann variablen Massenträgheitsmomentes Jmech :

d (Jmech v) / dt = Jmech dv / dt + v dJmech / dt     (9b).

Die "klassische" Ableitung der Beschleunigungskraft-Terme in Gl.(8) kann direkt mit der Methode dyadisch-tensorieller Transformationen (v ) v verglichen werden: Dieser Vergleich ist auch eine sehr gute Übung, vektoranalytische Operationen mathematisch korrekt anzuwenden. Anregung für den physikalisch und mathematisch bewanderten Leser dieser Webseite: Versuchen Sie doch bitte einmal für die MECHANIK, die BESCHLEUNIGUNGSKRAFT inklusive CORIOLIS-KRAFT und ZENTRIFUGALKRAFT aus der (v ) v - TRANSFORMATION abzuleiten!

Die dyadisch-tensorielle Transformation auf die NEWTONsche Bewegungsgleichung angewendet führt mit Gl.(8) und Gl.(9) direkt auf die Grundform der NAVIER-STOKES-Gleichungen als zentraler Pfeiler der HYDRODYNAMIK. Aufgrund der Strukturidentität der der Wirbelstromgleichung in der Elektrodynamik zugrunde liegenden partiellen Differentialgleichungen 2. Ordnung parabolischen Typs und der durch diese dyadisch-tensorielle Transformation gewonnenen Zusatz-Felder sind auch noch weitergehende Analogie-Schlüsse auf die Wärmeleitungsgleichung der THERMODYNAMIK, die Diffusionsgleichung etc unmittelbar und relativ einfach möglich.

Bezüglich Fehl-Interpretation dyadischer Operationen auf der Basis von "Äpfel = Birnen"-Ungleichungen soll in diesem Zusammenhang auf aktuelle (v.a. auch Internet-) Publikationen hingewiesen werden. Diese angesprochenen, für einen erweiterten Lernprozeß durchaus "lehrreichen" Webseiten, wie man dyadische Operationen auf die Maxwell Gleichungen fehl-interpretieren kann, findet man unter diversen Webseiten, wenn man beim Suchmaschinen-Marktführer "Google" den Suchbegriff "Varianten Maxwell Gleichungen" eingibt.

(Anmerkung: Da die interdisziplinären Seiten des Autors Google-orientiert - auch bei Eingabe obigen Suchbegriffes - oft auf der ersten Trefferseite zu finden sind, brauchen Sie diese nicht anzuklicken ... da Sie dann sowie so wieder auf diesen Seiten "landen" werden)


ZUSAMMENFASSUNG:
Alle folgenden Aussagen und Anregungen beziehen sich (primär) auf nicht-relativistische Geschwindigkeiten.

1. Man sollte die MAXWELL Gleichungen auf keinen Fall zu UNGLEICHUNGEN verzerren, diese dann falsch interpretieren bzw. explizite FEHL-Schlüsse formulieren.
Das Induktionsgesetz mit v 0 in der einfachsten Form
  rot E = - B / t + rot ( v x B ) (2f)
berücksichtigt die transformatorisch und die durch gleichförmige, nicht-relativistische Bewegung starrer Körper mit Bahn-Geschwindigkeit v verursachten Phänomene. Eine völlig analoge Aussage gilt unter gleichen einschränkenden Randbedingungen für das Durchflutungsgesetz
mit v 0 in einfachster Form  rot H = J + D / t - rot ( v x D ) (1f)

Die gewählte farbliche Kennzeichnung hat 2 mnemotechnische Hintergründe:
a) Farbliche Unterscheidung zwischen elektRischen (Roten) und maGnetischen (Grünen) Feld-Größen.
b) Die linke Gleichungsseite beinhaltet die jeweilige Transformations-Gleichung, die rechte Gleichungsseite berücksichtigt explizit - in der Regel auch farblich von linker Seite unterschieden - mögliche Zusatz-Felder. Die angegebene farbliche Darstellung speziell der Quellengleichung  div D = r   (3)  soll jedoch auch daran erinnern, dass diese bekannte Beziehung zwar für translatorische Vorgänge richtig ist, jedoch bei speziellen rotatorischen Aufgaben zu speziell ist und dann auch die Raumladungsdichte r mittransformiert werden muss [1].
Normalerweise wird zwar in der Literatur manchmal stillschweigend vorausgesetzt, dass die elektrische Feldstärke E bzw. magnetische Feldstärke H eine mittransformierte Feldstärke ist. Für Schwarz-Weis-Ausdrucke und der mathematischen Eindeutigkeit wegen ist jedoch empfehlenswert, die mittransformierte Feldgröße als gestrichene Größe zu kennzeichnen, d.h. in obigem Fall in den Gleichungen (2f) E
= E' bzw. in (1f) H = H' . (Die gestrichenen Größen können prinzipiell - was in der Literatur oft zu sehen ist - auch auf die im bewegten System auftauchenden Größen angewendet werden, wobei jedoch nachteilig, fehleranfällig und sehr störend ist, dass man bei vielen Termen auf der rechten Gleichungsseite mit den expliziten Zusatz-Feldern entsprechend viele Strichgrößen mitzieht).

2. Man sollte im Regelfall nie aufgrund zugeschnittener, eingeschränkter bzw. nur singulär gültiger Transformationen (die fallspezifisch oder punktuell zwar richtig, allgemein aber falsch sind) allgemein gültige Aussagen für übergeordnete zentrale Ausgangs-Gleichungen treffen wollen.
Ganz speziell sollte man nie auf das Wunder hoffen, auf der Basis der wichtigen, aber nur eingeschränkt gültigen (Lorentz-) TRANSFORMATIONS-Gleichungen [d.h. mittransformierte Feldstärken in der Form E' = E + v x B und H' = H - v x D ] oder jeweiligen ZUSATZ-FELDER Ezus =   v x B
und Hzus = - v x D die gesamte Elektrodynamik lückenlos beschreiben zu können.

3. Man sollte den Unterschied zwischen TRANSFORMATIONS-Gleichungen (mittransformierte Feldstärken E', H' etc siehe Punkt 2.) und durch Bewegung verursachte, messtechnisch verifizierte ZUSATZ-Felder vor Augen haben
... und dass Varianten beim Aufstellen von TRANSFORMATIONS-Gleichungen möglich sind. Einige Beispiele:

a) ZUSATZ-Feld 1: elektrische Lorentz-Feldstärke      Ezus =  v x B     (10a)
[1. Term von 4 möglichen aus (v) B]
entsprechende TRANSFORMATIONS-Gleichung:        E' = E + Ezus      (10b)

b) ZUSATZ-Feld 2: magnetische Röntgen-Feldstärke Hzus = - v x D     (11a)
[1. Term von 4 möglichen aus (v) D]
entsprechende TRANSFORMATIONS-Gleichung:        H' = H + Hzus     (11b)   
sowie restliche mögliche, fallabhängige Zusatz-Felder
aus den Termen in Gl.(6) bzw. Gl.(7), z.B.:

c) ZUSATZ-Feld 3: Aus div D
0 resultiert eine sog. elektrische Rowland-Konvektionsstromdichte
J
zus = v
ρ (12a) [2. Term von 4 möglichen aus (v) D] etc:

c1) Transformationsgleichungen für FELD-Gleichungen und (oft vergessen) auch QUELLEN-Gleichungen verändern sich, wenn div D =
ρ   ist. Wenn die bekannte, eingeschränkte Lorentz-Transformation (11a+b) gewählt wird, folgt
in diesem Fall allerdings die Notwendigkeit einer zusätzlichen Transformation der Stromdichte J , was z.B. aus der 1. Maxwell Gleichung (Durchflutungsgesetz) unmittelbar einsichtig ist:
Aus    rot H - rot ( v x D) +
v ρ = J + D / t - rot ( v x D) + v ρ     (1e)
folgt   rot H - rot ( v x D) 
= rot ( H - v x D) = ( J - v ρ ) + D / t - rot ( v x D) + v ρ     (1f)    bzw.
rot H' = JL + D / t - rot ( v x D) + v ρ  (1g) ... wobei JL als transformierter Leiterstrom bezeichnet wird.
entsprechende Feld-Transformation:    H' = H + Hzus (11b) und Strom-Transformation: 
J'
= JL = J
- v ρ
(12b)


c2) Wenn die linke Seite der Gl.(1e) zu einem einzigen Term zusammengefaßt wird, könnte auch eine Feld-Transformation ohne Strom-Transformation abgeleitet werden:
rot H - rot ( v x D) -
rot ( v²/c² H ) = rot [H (1 - v²/c²) - v x D ] = J + D / t - rot ( v x D) + v ρ     (1h)
entsprechende TRANSFORMATIONS-Gleichung:   H' = H + Hzus         (wie 11b)
aber entsprechendes ZUSATZ-Feld:         Hzus = - v x D - v²/c² H (11c) (11a)

Der große Physiker Arnold Sommerfeld geht sehr gut in seinen Physik-Büchern:
"Vorlesungen über Theoretische Physik " , Band I – VI , v.a. Band III "Elektrodynamik",
Verlag Harri Deutsch, Thun, Frankfurt 1988,
speziell im Band III , letzte Aufgabe IV .1, S.313 und Lösung S.336 f.
in differenzierten Berechnungen für das "Feld der unipolaren Induktion"
auf eine explizite Lorentz-Problematik bei sich drehenden Körpern ein,
wenn man nur die vereinfachte Lorentz-Transformations-Gleichung E = E + v x B berücksichtigt!

c3) Wenn div D = ρ  , muß diese Quellengleichung bei bewegten Körpern mit der Geschwindigkeit v ebenfalls transformiert werden. Allgemein folgt aus div' D' = ρ'' nur dann div D' = ρ , wenn nicht-relativistisch und translatorisch gerechnet wird sowie D / t = 0 ist . Mit dem speziellen SONDERFALL der Lorentz-Transformation: 
E' = E + v x B ergibt sich mit rot v = 2 ω für das transformierte nichtrelativistische elektrische Quellengesetz:
div D' = ε div(E + v x B) = ρ + ε div(v x B) = ρ + ε B rot v - ε v rot B = ρ + 2 ε μ H ω - v J / c²
     (3a)
NUR unter der Annahme starrer Körper, zeitlich und räumlich konstanter nicht-relativistischer Bahn-Geschwindigkeit v << c und und   ω (= gleichmäßige Rotation bewegter Körper) = 0 sowie Materialgrößen mit ε, μ= konst wird ρ  bei Anwendung der Lorentz-Transformation auf das elektrische Quellengesetz nicht transformiert.

LORENTZ - PROBLEMATIK : Arnold Sommerfeld ["Vorlesungen über Theoretische Physik " , Band I – VI , v.a. Band III "Elektrodynamik", Verlag Harri Deutsch, Thun, Frankfurt 1988 ], führt im Band III , letzte Aufgabe IV .1, S.313 und Lösung S.336 f. differenzierte Berechnungen für das "Feld der unipolaren Induktion" auf der Basis der Lorentz-Transformations-Gleichung E’ = E + v x B mit einfach nachvollziehbaren (bekannten) Ergebnissen durch.

Bei der Teil-Aufgabe "Ladungsdichte ρ in rotierender  Kreisringscheibe" tritt jedoch bei Anwendung dieser bekannten, einfachen Lorentz-Transformations-Gleichung E’ = E + v x B  ein Berechnungs-Problem auf, das mit dieser speziellen Transformations-Gleichung nicht mehr zu lösen ist. Wenn bei dieser Aufgabe IV .1 im translatorischen Fall die Raumladungsdichte ρ noch richtig berechnet war (in diesem ganz speziellen Fallbeispiel E' = konst und damit D' = 0 und folglich ρ  = 0 ) , ergibt sich im nicht-relativistischen (v/c² << 1)  Fall für den mit Winkelgeschwindigkeit ω rotierenden Körper: ρ = - 2 ε μ H ω 0.
Vom Standpunkt des mitrotierenden Beobachters wäre erwartet worden, dass die Raumladungsdichte ρ auch bei Rotation (und nicht nur bei Translation) gleich Null ist.  Die nach Arnold Sommerfeld angeführte Begründung zum nicht erwarteten, falschen Berechnungsergebnis bei Verwendung der Lorentz-Transformation E’ = E + v x B  (Zitat):

"... es tritt interessante Schwierigkeit auf ... (Maxwell-) Minkowski-Theorie bewegter Medien, beruht ja auf der Lorentz-Transformation der gleichförmigen Translation ... (Resultat) nur Hinweis darauf, dass sie für Rotationsprobleme nicht ohne weiteres zuständig ist" .

Diese (von A. Sommerfeld äußerst höflich formulierte) Aussage bestätigt, dass bei speziellen Rotationsaufgaben die Lorentz-Transformation in der Form E’ = E + v x B unzureichend ist, da sie nur einen SPEZIALFALL der dyadischen (v ) X -Transformation darstellt. Bei Einsatz dieser bekannten, oft ausreichenden, aber nicht allgemein gültigen translatorischen Lorentz-Transformation E’ = E + v x B kann nur dann mit div D’ = ρ   gearbeitet werden , wenn nicht-relativistische Verhältnisse v/c² << 1 und keine Eigen-Rotationen vorliegen (ω = 0). Gerade dieses letzte Faktum wird (wurde) auch von einigen, mit dem Autor dieser Webseite korrespondierenden Mathematik-/Physik-Experten "vergessen".


Diese in a), b) und c) angegebenen ZUSATZ-Felder (als Untermenge aller in der (v ) X - Transformation beinhalteten Terme) sind nur 3 von 8 Möglichkeiten. Mit Berücksichtigung magnetischer und elektrischer Polarisationen sowie externer "interdisziplinärer" Stromquellen aus materialspezifischen Verknüpfungs-Gleichungen ergeben sich Beziehungen für weitere Zusatz-Felder. Diese erwähnten Lorentz-basierten Terme Ezus , Hzus etc beschreiben zwar viele Anwendungsfälle, sind aber allgemein gesehen nur eine Auswahl aller auftretenden Erscheinungen in der "Elektrodynamik bewegter Körper".
Bei kompletter Anwendung der (v ) X - Transformationen ergeben sich automatisch alle denkbaren, durch nicht-relativistische Bewegung verursachten ZUSATZ-Felder bzw. ZUSATZ-Kräfte in der ELEKTRODYNAMIK wie z.B.  elektrische Lorentz-Feldstärke, Rowland-Konvektionsströme, magnetische Röntgen-Feldstärken bzw. Röntgenströme etc. Diese gemessenen Zusatz-Felder/Ströme sind speziell auch wichtige Terme in der Untermenge "komplette Wirbelstromgleichung".


4. Man sollte mathematisch erkennen, dass in der dyadisch-tensoriellen Transformation wie z.B. (v ) D bzw. (v ) B beliebig verzerrte Transformationen im Bereich der nicht-relativistischen ELEKTRODYNAMIK beinhaltet sind: D.h. nicht nur Translation, sondern allgemein zusätzlich auch beliebige Drehung und Deformation (z.B. Dehnung).
(Hierfür werden nur einfache Grundkenntnisse in der Vektoranalysis und in der Geometrie vorausgesetzt).

5. Man sollte Bewegungen von Körpern auf KREIS-förmigen BAHNEN (mit der Bahn-Geschwindigkeit v) nie mit deren, auch zusätzlich möglichen Eigen-ROTATIONEN (mit Winkel-Geschwindigkeit ω) verwechseln.
6. Aufgrund der Strukturidentität der Wirbelstrom-Gleichung der ELEKTRODYNAMIK mit interdisziplinären "anderen" physikalischen Disziplinen folgen aus ihr - dank der durch diese dyadisch-tensorielle Transformation gewonnenen interdisziplinären Zusatz-Felder - im Analogie-Schluss unmittelbar die Zentral-Gleichungen für die HYDRODYNAMIK, die Wärmeleitungsgleichung der THERMODYNAMIK, die chemische DIFFUSIONSGLEICHUNG etc.
Anmerkung: Die Struktur dieser - mathematisch gesehen - partiellen Differentialgleichungen 2. Ordnung parabolischen Typs bleibt gleich. Es ändern sich nur
a) die (evtl. auch nicht-linearen) KOEFFIZIENTEN: z.B. entspricht der Reluktivität (= 1/ Permeabilität) magnetischer Flüsse in der Elektrodynamik die Viskosität der Flüssigkeitsströmung in der Hydrodynamik oder der Wärmeleitkoeffizient bei Wärmeströmungen in der Thermodynamik etc.
b) die disziplinenspezifischen VARIABLEN: z.B. entspricht dem magnetischen Vektorpotential A in der Elektrodynamik (A = konstant sind magnetische Feld- bzw. Flusslinien) die Geschwindigkeit v der Flüssigkeitsströmung in der Hydrodynamik oder die Temperatur T von Wärmeströmungen in der Thermodynamik (Wärmeleitung) etc.
.

1. Fehler-Grund :
2. Fehler-Grund :
Vektoranalysis Basis-Operationen
3. Fehler-Grund :
Magnetisches Vektorpotential
4. Fehler-Grund :
Totale und partielle Ableitungen
5. Fehler-Grund :
Einflüsse Relativitätstheorie
6. Fehler-Grund :
Einflüsse Quantenelektrodynamik
Neues zu Maxwell Gleichungen  
7. Fehler-Grund :
"Äpfel = Birnen - Ungleichungen"



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